Anwendung ätherischer Öle beim Pferd

In diesem Beitrag möchte ich nicht so weit ausholen und erläutern, was ätherische Öle sind oder wie die einzelnen Wege der Wirkung ablaufen, dazu gibt es mal einen gesonderten Beitrag. Sondern es geht speziell um die Anwendung der Öle beim Pferd und was es dabei zu beachten gilt
Grundsätzlich können bei Pferden alle Öle angewendet werden, die auch beim Menschen verwendet
werden.
Im Allgemeinen müssen sich Pferde an die Öle gewöhnen. Manche Pferde lieben sie von Anfang an und mache erst im Verlauf. Pferde haben eine Intuition und nur weil du glaubst, dein Pferd benötigt das Öl, heißt es noch nicht, dass es dein Pferd genauso sieht. Manchmal toleriert er es nach ein paar Versuchen, wenn nicht, dann nicht, dann versucht ihr ein anderes. Beim Testen, aber immer maximal 3- 5 Öle zur Auswahl geben.

Zum Testen die Flasche mit leicht geöffnetem/aufgeschraubten Deckel einzeln hinreichen oder auf den Boden stellen und die Reaktion abwarten.
Ihr erkennt schnell, ob ein Pferd skeptisch ist oder ein Öl gar nicht mag oder es liebt. Manchmal
gewöhnen sich Pferde im Verlaufe an die Öle, bei meinem war das so mit Eukalyptus.
Manche Pferde flehmen, andere wiederum kriechen einem förmlich in die Tasche, lecken die Hände
ab, in dem das Öl war. Wenn du merkst, dass Pferd liebt das Öl, kannst du auch einen Tropfen auf die
Hand geben, manche schlecken das ab.
Grundsätzlich sagt man, wenn ein Pferd ein Öl nicht mag, geht man damit nicht ran, wenn es aber
mal nötig ist, dann nur an den hinteren Teilen des Pferdes, um einen gezwungenen Kontakt zu
verhindern.

Grundsätzlich sagt man, dass die Öle nach 22 sec das Gehirn und das limbische System erreichen, nach 2 min können die Moleküle der Öle im Blut nachgewiesen werden und nach 20 min befinden sich die Moleküle in jeder einzelnen Zelle des Pferdes.

Anwendungsmöglichkeiten:

Äußerlich:

Die Öle könnt ihr auf die Haut auftragen, entweder pur oder besser verdünnt mit
fraktionierten Kokosöl, am Huf im Huföl integriert oder über eine Hautcreme, welche natürliche
Inhaltsstoffe enthält, grundsätzlich bei Pferden nie einfache Cremes verwenden welche Parfums
enthalten. Zum Hautschutz z.B bei Insekten könnt ihr es auch in eine Flasche geben
mit Wasser verdünnen und aufsprühen. Wollt ihr gezielt auftragen, könnt ihr die Akkupunkturpunkte
am Ohr nutzen, die untere Schweifrübe und die Innenschenkel eignen sich gut. Im Sommer auch die
Fliegen geärgerten Stellen unter dem Bauch. Gerne könnt ihr es auch auf die Brust auftragen, wenn nicht so viel Fell vorhanden ist. Meiner liebt es zwischen den Augen auf der Stirn. Ihr könnt es aber auch in Beinkompressen, Umschlägen, in Shampoos usw integrieren.
Bei Citrusölen seit vorsichtig mit direktem Sonnenlicht, hier bitte 48 Stunden warten oder so aufragen, dass kein direktes Licht auf die Haut strahlt. Oregano und Pfeffer empfehle ich grundsätzlich verdünnt aufzutragen, da es heiße Öle sind. Für ein innerliches Auftragen kann man die Öle pur auch in die Unterlippe geben

Innerlich:

Ja, innerliche Eingabe und Pferde sind spannend. Ein Großteil der Öle dürfen vom Pferd innerlich eingenommen werden. Dass das nicht immer leicht ist, wissen wir zu gut. Wer kennt es nicht von Wurmkur, Pulver usw. Eine Möglichkeit ist, das Öl auf das Heu zu geben, da die Öle flüchtig sind empfiehlt es sich aber erst kurz vorm Fressen. Auch in den Hafer kann es gegeben werden, in den abgekühlten Tee, Mash und gute Erfahrungen habe ich aus einem Mix mit Olivenöl, Tee, Rübensirup oder Spitzwegerichsaft, Möhrensaft und dann die Tropfen Öle dazu. Das ganze dann übers Mash oder den Hafer geben. Manche Pferde nehmen es auch aus dem Wasser. Da die Öle oben schwimmen, wäre das jetzt nicht meine erste Wahl. Im Zweifel bleibt noch die Variante mit der Spritze oder den Kapseln. Allerdings, wenn ein Pferd ein Öl nicht mag, versuche eine Alternative zu finden, dann hat es einen Grund dafür.

Diffusen:

Diffusen heißt im groben „Verdampfen“ mit dem Diffuser. Im Falle DoTerra Ölen am besten ein Ultraschalldiffuser verwenden. Eine gute Möglichkeit ist vor allem für besseres Stallklima, gute Luft und Schutz vor Insekten das
Diffusen im Stall, wenn die Einstaller alle einverstanden sind. Ansonsten geht auch ein Wassereimer
mit 30-40 ° warmen Wasser in dem das Öl dazu geben und ein Handtuch über den Eimer und Nase des Pferdes
gelegt wird. Beim Reiten ist eine Möglichkeit, dass das Öl auf die Brust oder die Nüstern geben wird, dann inhaliert das Pferd während der Arbeit. Aber nur, wenn das Pferd die Öle mag.
ACHTUNG: Die Öle NICHT in ein Inhalationsgerät geben z.B. Flexineb, Nebu-Tec oder wie sie alle heißen. Das vertragen die vermutlich nicht und die Reinigung wird schwierig.
Eine Tierärztin aus der Weiterbildung hat eine Faustregel rausgegeben:
Bei Verdünnung mit Trägersubstanz sollte man 0,5-1,5% Verdünnung und 2x täglich 3-5 Tropfen geben nicht überschreiten.
Pur gilt die Faustregel: 1 Tr pro 50-100kg Körpergewicht je nach Empfindlichkeit. 2X täglich.
Bei Trinkwasser sind so 3-5 Tropfen auf 200l Wasser ausreichend.
Die blutgeprägten Pferde werden vermutlich sensibler auf die Öle reagieren wie schwerere Rassen. Ponys dann dementsprechend weniger.
Wichtige Infos bei Trächtigen Stuten oder mit Fohlen bei Fuß.
Hier sollte man vorsichtig sein mit den Ölen: Arborvitae, Basilikum, Birke, Cassia, Zimt, Rosmarin,
Thymian und Wintergreen.

ACHTUNG TURNIERPFERDE:

Allgemein gilt, dass bei Turnierpferden die Medikationskontrollregeln (Doping) sehr streng sind
und vorm Turnier grundsätzlich sicherheitshalber 48 Stunden Karenzzeit eingehalten werden
sollten.
Bei Ölen wie Baldriangewächsen, Eukalyptus, Pfeffer, Öle die Capsaicin enthalten, Nelke,
Oregano, Pfefferminz, Rosmarin, Thymian und Weihrauch sollten mindestens 1 Woche vorher
abgesetzt werden, denn diese sind generell verboten, wen sie innerlich eingegeben oder aufgetragen werden. Achtung da auch bei Kräuterfutter, mit denen die Pferde gefüttert werden. Genaueres dazu findet man aber auf der Liste der Deutschen Reiterlichen Vereinigung.

Wenn man die Öle inhalieren lässt, sollte es auch bei Turnierpferden keine Probleme geben, da dabei das Öl im limbischen System wirkt und nicht in der Zelle, bzw im Blut. Sondern rein emotional.


Ein Rezeptvorschlag bei lästigen, fliegenden Biestern:
200 ml Wasser
20 ml unvergällter Alkohol (würde ich weg lassen) würde mit Pflanzenöl ersetzen
25 Tr Lavendel
25 Tr Teebaum
30 Tr Pfefferminz
15 Tr Zeder
5 Tr Patchouli
Nüstern und Augen nicht besprühen, wenn dies gemacht werden soll, Pfefferminz weglassen und
durch Geranie ersetzen.
Stuten und Fohlen nach dem Absetzen kann man gut mit Neroli und Rose unterstützen.
Nun lasst eure Pferde mal testen und sagt mir, welche Öle eure Pferde mögen.
LG

doTerra und Pferd

Bild Link: Bild von ha11ok auf Pixabay

Für Fragen stehe ich euch gerne zur Verfügung. Du möchtest mehr zu den ätherischen Ölen und doTerra wissen? Dann melde dich gern bei mir, stöbere auf der Seite, hier wird immer mal was zu finden sein oder besuche einen meiner Info-Abende.

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